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Worin besteht der Unterschied zwischen IP66 und IP68?

Was ist der Unterschied zwischen IP66 und IP68? Vergleichen Sie die Wasserdichtigkeitsklassen: Hochdruckstrahlen vs. vollständiges Eintauchen. Finden Sie heraus, welches staubdichte Gehäuse für Ihr Industrie- oder Solarprojekt geeignet ist.

Datum May 16, 2026

Worin besteht der Unterschied zwischen IP66 und IP68?
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IP66 und IP68 sind gängige Schutzarten, die häufig bei wasserdichten Schaltern und Steckdosen, Industrieanlagen, Außenbeleuchtung und Komponenten für erneuerbare Energien (wie z. B. Photovoltaik- und Elektrofahrzeug-Ladelösungen) verwendet werden.

Diese Schutzklassen verhindern das Eindringen von Staub, Feuchtigkeit und anderen Verunreinigungen in die Geräte und verbessern so deren Sicherheit, Stabilität und Lebensdauer. Unterschiedliche Schutzklassen bieten unterschiedliche Grade an Staub- und Wasserdichtigkeit und eignen sich daher für verschiedene Arbeitsumgebungen.

Dieser Artikel erklärt, was eine IP-Schutzart ist und vergleicht IP66 und IP68 hinsichtlich Wasserdichtigkeit, Anwendungsumgebung, Zuverlässigkeit, Kosten und Einsatzszenarien, damit Sie die für Ihre Bedürfnisse besser geeignete Schutzart auswählen können.

Wichtige Erkenntnisse

  • Unterschiedliche Wasserstressfaktoren: IP66 bietet Schutz gegen dynamische Hochdruck-Wasserstrahlen, während IP68 langfristiges statisches Eintauchen in Wasser ermöglicht.
  • Höchster Staubschutz: Sowohl IP66 als auch IP68 bieten ein Höchstmaß an Schutz vor dem Eindringen von Feststoffen und Staub (vollständig staubdicht).
  • IP66-Anwendungen: Ideal für die meisten exponierten Außenbereiche und industrielle Reinigungsumgebungen.
  • IP68-Anwendungen: Speziell entwickelt für Unterwasser-, Überschwemmungs- oder Dauerüberflutungsszenarien.
  • Nicht vielseitiger Standard: Gemäß IEC 60529 umfasst IP68 nicht automatisch IP66. Für einen doppelten Schutz gegen Strahlwasser und Eintauchen muss ein Gerät die Schutzart IP66/IP68 aufweisen.

Was ist eine IP-Schutzart?

Die IP-Schutzart (Ingress Protection Rating) ist ein internationaler Standard (definiert von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission, IEC 60529), der zur Messung der Fähigkeit eines elektrischen Gehäuses dient, dem Eindringen von festen Fremdkörpern, Staub und Flüssigkeiten zu widerstehen.

Dieser Standard findet breite Anwendung bei industriellen Schaltanlagen, elektrischen Außengeräten sowie robusten, wasserdichten Schaltern und Steckdosen.

Was bedeuten die beiden Zahlen?

Die beiden Zahlen nach „IP“ bezeichnen spezifische Schutzarten:

  • Die erste Zahl (1–6): Gibt den Schutzgrad gegen das Eindringen fester Fremdkörper in das Gerät sowie gegen den Zugang von menschlichen Körperteilen (wie Fingern oder Händen) und Werkzeugen zu gefährlichen Teilen an.
  • Die zweite Zahl (1–8): Zeigt die Wasserdichtigkeit gegenüber verschiedenen Arten des Eindringens von Flüssigkeiten an, wie z. B. Tropfwasser, Sprühen, Spritzen, Hochdruckstrahlen oder Eintauchen.

Obwohl sowohl IP66 als auch IP68 die höchste erste Ziffer (6) gemeinsam haben, folgen ihre Wasserdichtigkeitsprüfungen völlig unterschiedlichen technischen Anforderungen.

Worin besteht der Unterschied in der Wasserdichtigkeit?

IP66 bedeutet, dass das Gerätegehäuse starken Hochdruckwasserstrahlen und intensivem Sprühnebel aus jeder Richtung standhält. Dadurch ist es äußerst zuverlässig bei Starkregen, extremen Stürmen und in Umgebungen, die eine gründliche industrielle Hochdruckreinigung erfordern.

Allerdings sind IP66-Produkte nicht dafür ausgelegt, dem kontinuierlichen hydrostatischen Druck beim Eintauchen in Wasser standzuhalten.

IP68 bietet einen speziellen Wasserschutz, der für das Eintauchen in Wasser ausgelegt ist. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine höhere Zahl nicht automatisch bedeutet, dass der Schutz auch für geringere Wassertiefen gilt.

Gemäß der Norm IEC 60529 prüfen IP66 und IP68 zwei völlig unterschiedliche Bedingungen: IP66 konzentriert sich auf die Beständigkeit gegen dynamische Hochdruck-Wasserstrahlen (starkes Spritzen und Abspülen), während IP68 sich auf das langfristige statische Eintauchen in Wasser in einer vom Hersteller festgelegten Tiefe und Dauer konzentriert.

Da sie für unterschiedliche Wasserbelastungen ausgelegt sind, besteht ein IP68-Gerät möglicherweise keinen IP66-Hochdruckstrahltest und umgekehrt. Geräte, die sowohl intensiven Reinigungsarbeiten als auch potenziellen Überschwemmungen ausgesetzt sind, sollten auf eine Doppelzertifizierung achten, die üblicherweise mit IP66/IP68 gekennzeichnet ist.

Worin bestehen die Unterschiede zwischen den Anwendungsumgebungen?

IP66-Umgebungen

IP66 eignet sich ideal für exponierte Außenbereiche und Bereiche, die großen Mengen an Staub, Spritzwasser oder Hochdruckreinigung ausgesetzt sind.

Es findet breite Anwendung auf Baustellen, in Fabrikhallen, Häfen, bei Außenbeleuchtungsanlagen und in wetterfesten Industriesteckdosen. Wenn Ihre Geräte starken Stürmen oder dem täglichen Einsatz von Reinigungsschläuchen standhalten müssen, bietet IP66 eine hervorragende Leistung im praktischen Einsatz.

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IP68-Umgebungen

Die Schutzart IP68 ist zwingend erforderlich für Umgebungen, in denen die Geräte unter Wasser eingesetzt werden oder in denen mit Wasseransammlungen und lokalen Überschwemmungen zu rechnen ist. Beispiele hierfür sind unterirdische Anlagen, Tauchpumpensysteme, Unterwasserbeleuchtung, maritime/küstennahe Infrastruktur und spezielle Industriebecken.

Vergleichstabelle: IP66 vs. IP68

Funktion IP66 IP68
Feststoff-/Staubschutz Vollständiger Schutz vor Staub und festen Gegenständen (staubdicht) Vollständiger Schutz vor Staub und festen Gegenständen (staubdicht)
Wasserdichte Beständig gegen Hochdruck- und starke Wasserstrahlen Beständig gegen dauerhaftes Eintauchen in Wasser
Art der Wassereinwirkung Hochdruckwasserstrahlen / Industrielle Reinigung / Schwere Stürme Kontinuierlicher hydrostatischer Druck / Eintauchen
Immersionsfähigkeit Nicht zum Eintauchen geeignet Geeignet für das Eintauchen (Tiefe und Dauer werden vom Hersteller angegeben)
Typische Anwendungen Außenbeleuchtung, industrielle Schaltanlagen, Solar-PV-Kombinierer Tauchpumpen, Marinegeräte, unterirdische Leitungen
Zuverlässigkeit unter Nassreinigung Hervorragend (Entwickelt für dynamische Wasserkräfte) Erfordert eine spezifische Validierung oder eine doppelte Schutzart IP66/IP68.
Wartung Einfachere Routineinspektion und Komponentenaustausch Strengere Anforderungen; erfordert sorgfältige Überprüfung der Dichtringe beim Wiederzusammenbau.
Produktkosten Wirtschaftlicher für Standard-Außeninstallationen Höher aufgrund präziser Dichtungsmaterialien und Prüfungen
Am besten geeignet für Allgemeine Verwendung im Freien und robuste industrielle Anwendungen Raue, überflutete oder Unterwasserumgebungen

Welches System bietet eine längere Lebensdauer und höhere Zuverlässigkeit?

Produkte mit der Schutzart IP66 bieten außergewöhnliche Zuverlässigkeit und Langzeitstabilität in typischen Industrieumgebungen. Bei täglichen Anwendungen mit kontinuierlicher Staubbelastung und starken Stürmen gewährleistet diese Schutzart die vollständige Isolation der internen Schaltkreise.

Da die dynamischen Lippendichtungen für äußere Einwirkungen optimiert sind, behält das Gehäuse auch unter starker Umwelteinwirkung seine Form und Dichtigkeit effektiv bei.

Da IP68-Produkte hochbelastbare, hermetische Dichtungen verwenden, um einem kontinuierlichen statischen Wasserdruck standzuhalten, bieten sie eine unübertroffene Zuverlässigkeit gegen lokale Überschwemmungen und tiefes Untertauchen.

Sie eliminieren das Risiko von Feuchtigkeitsansammlungen im Gehäuseinneren erheblich und verhindern so interne Kurzschlüsse, Kontaktkorrosion und vorzeitigen Bauteilausfall. Wenn absoluter Dauerbetrieb unter feuchten Bedingungen oberste Priorität hat, ist IP68 unerlässlich, um die Lebensdauer des Systems zu maximieren.

Welches System ist hinsichtlich Kosten und Wartung einfacher?

IP66-Produkte zeichnen sich in der Regel durch ein einfacheres Gehäuse aus, wodurch ihre Herstellungs- und Prüfkosten niedriger sind als die von IP68-Varianten. Dies macht sie zu einer äußerst kosteneffizienten Lösung für wettbewerbsintensive kommerzielle Märkte.

Für Standard-Außengeräte mit Netzspannung bietet IP66 ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Darüber hinaus sind routinemäßige Wartungsarbeiten vor Ort und der Austausch von Standardanschlüssen äußerst einfach und beeinträchtigen die Wasserdichtigkeit nur selten.

Im Gegensatz dazu erfordern IP68-Systeme hochentwickelte Dichtungskonstruktionen und hochwertige Materialien (wie Silikon- oder Viton-Dichtungen), was die Produktionskosten naturgemäß erhöht. Darüber hinaus sind ihre Wartungsprotokolle vor Ort wesentlich strenger.

Da die Wasserdichtigkeit unter Wasser von einer absolut präzisen Ausrichtung der Dichtungen abhängt, kann selbst ein mikroskopischer Kratzer an der Dichtung oder ein geringfügig falsches Anzugsmoment der Schrauben beim Zusammenbau die Dichtheit beeinträchtigen. Daher erfordern IP68-Gehäuse beim Öffnen stets hochqualifizierte Techniker und die strikte Einhaltung spezifischer Drehmomentvorgaben.

Wie sollten Sie sich zwischen IP66 und IP68 entscheiden?

Die Wahl der passenden Schutzart erfordert eine sorgfältige Abwägung der tatsächlichen Gefährdung durch Flüssigkeiten, der Arbeitskosten und des Projektbudgets. Die Wahl des richtigen Gehäuses maximiert die Lebensdauer der Geräte und vermeidet unnötige Vorlaufkosten.

Wählen Sie IP66 für oberirdische Außenumgebungen.

Wenn Ihre Geräte oberirdisch installiert sind und Umwelteinflüssen wie starkem Regen, Staub in der Luft oder direkter Hochdruckreinigung ausgesetzt sind, ist IP66 technisch optimal.

  • Häufige Beispiele: Solar-PV-Kombinierer für den Außenbereich, Ladestationen für Elektrofahrzeuge (EV), gewerbliche Außenbeleuchtung und industrielle Stromverteilerkästen.
  • Der Nutzen: IP66 bietet einen außergewöhnlichen dynamischen Wasserschutz bei gleichzeitig hervorragendem Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Wählen Sie IP68 für Umgebungen, die unter Wasser stehen oder von Überschwemmungen bedroht sind.

Wenn das Gerät direkt unter Wasser oder in unterirdischen Gräben, die anfällig für Sturzfluten sind, eingesetzt wird, ist IP68 zwingend erforderlich.

  • Häufige Beispiele: Tauchpumpensysteme, Schiffs-/Hafenschaltanlagen und unterirdische Kabelkanäle.
  • Der Nutzen: Seine hochbelastbare, hermetische Abdichtung widersteht dauerhaftem hydrostatischem Druck.
  • Hinweis zur Luftfeuchtigkeit: Bei oberirdischen Anwendungen in feuchten Klimazonen mit starken Temperaturschwankungen reicht IP68 allein nicht aus; stattdessen sollte ein IP66/67-Gehäuse mit Entlüftungsventil verwendet werden, um die Bildung von Kondenswasser im Inneren zu verhindern.

Wählen Sie die doppelte Schutzart IP66/IP68 für komplexe industrielle Bedingungen

Für anspruchsvolle Einsatzumgebungen, in denen Geräte während der Schichten regelmäßig mit Hochdruckreinigern abgespritzt und bei Starkregen oder Rückstau in der Kanalisation unter Wasser gesetzt werden können, ist ein Gehäuse mit doppelter Schutzart IP66/IP68 erforderlich. Dies gewährleistet Schutz sowohl gegen kinetische Wasserstrahlen mit hoher Geschwindigkeit als auch gegen stehenden Wasserdruck.

Fazit

Sowohl IP66 als auch IP68 bieten den maximalen Staubschutz der Stufe 6, sind aber für völlig unterschiedliche Wassergefahren ausgelegt. IP66 ist so konstruiert, dass es dynamische Wasserstrahlen mit hoher Geschwindigkeit abwehrt, während IP68 speziell für den Schutz vor anhaltendem statischem Unterwasserdruck entwickelt wurde.

Die Abstimmung Ihrer spezifischen Projektherausforderungen auf den richtigen technischen Standard gewährleistet maximale elektrische Sicherheit und einen optimierten ROI.

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Häufig gestellte Fragen

Frage 1: Gilt IP66 als absolut wasserdicht?

A: IP66 bietet einen hohen Schutz gegen dynamische Wasserkräfte wie starke Regenstürme, Gischt oder Hochdruckreiniger. Es ist jedoch nicht für den dauerhaften Druck beim Eintauchen unter Wasser ausgelegt.

Frage 2: Ist IP68 immer die bessere Wahl als IP66?

A: Nicht unbedingt. IP68 ist für statisches Eintauchen optimiert. Bei Anwendungen mit Hochdruck-Wasserstrahlen anstelle von tiefem Untertauchen ist ein IP66-Gehäuse (oder ein Gerät mit Schutzart IP66/IP68) technisch besser geeignet und deutlich kostengünstiger.

Q3 Schützen beide Schutzarten auch vor starker salzhaltiger Gischt an der Küste?

A: Beide Gehäuse bieten eine Staubdichtigkeitsklasse „6“, die das Eindringen von festen Salzpartikeln verhindert. Bei starker Korrosion in Meeresumgebungen müssen jedoch zusätzlich die Materialeigenschaften des Gehäuses geprüft werden. Achten Sie auf die speziellen UV-stabilisierten und flammhemmenden Polymere von Kripal (V0), um eine langfristige chemische Beständigkeit zu gewährleisten.

Frage 4: Können IP68-Gehäuse unbegrenzt unter Wasser bleiben?

A: Ja, innerhalb der industriellen Parameter. Die maximale Einsatztiefe (z. B. 1 Meter vs. 5 Meter) und die Dauerbetriebsdauer sind jedoch durch die spezifischen technischen Vorgaben des Herstellers streng begrenzt. Prüfen Sie vor dem Einsatz unbedingt das Datenblatt des Herstellers.

Frage 5: Sollten Außenschalter und -steckdosen die Schutzart IP66 oder IP68 verwenden?

A: Für Standard-Außenwandinstallationen, die Regen und Reinigungsschläuchen ausgesetzt sind, ist IP66 der weltweite Industriestandard und bietet die beste Wartungsflexibilität. IP68 wird nur empfohlen, wenn sich der Installationsort in einem tiefliegenden Becken befindet, in dem sich regelmäßig Wasser sammelt oder das überflutet wird.

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